Vereinsgeschichte

1961 - 1974

Wie den Protokollen der Vorstandssitzungen dieser Jahre zu entnehmen ist, bleibt die weitere Sanierung der alten Turnhalle ein "Dauerbrenner". Die finanziellen Belastungen erweisen sich von Jahr zu Jahr als kaum tragbar für einen Verein von etwa 200 Mitgliedern. Dennoch wurde in einer beispiellosen Selbsthilfeaktion der Keller zu einem Jugend- und Versammlungsraum ausgebaut und 1967 ein Anbau, der vornehmlich als Geräteraum gedacht war, fertiggestellt.

 

Kontroverse Auffassungen zwischen Verein und Stadt Haiger

Turnhallenunterhaltung bedeutete auch kontroverse Auffassung zwischen Verein und Stadt Haiger über die zu zahlende Miete seitens der Stadt Haiger. Als Schulträger musste die Stadt Haiger dem Verein eine Miete zahlen, da die Schule die Turnhalle des Vereins benutzen musste, denn bis 1967 war die alte Turnhalle die einzige am Ort. So kam es vor, dass dem Verein von der vereinbarten Miete die Summe abgezogen wurde, die für die städtischen Arbeiten aufzubringen war, die das Mähen auf dem Sportplatz besorgt hatten. Seitens der Stadt war man der Auffassung, sowohl der Sport- als auch der Turnverein hätten die Sportplatzrasenflächen zu unterhalten. Der Vorstand des TURNVEREINS erwog sogar, in Ermangelung der "10 Mann mit Sensen" Schafe das "Mähen" besorgen zu lassen. Die für den Verein unverständliche Handlungsweise der Stadt gipfelte darin, dass man seitens der Stadt eine Kündigung des Mietvertrages, einer Erhöhung vorzog. Fairerweise soll hier aber erwähnt werden, dass für den Anbau an die Turnhalle die Stadt Haiger dem Verein einen Zuschuss von 8.000 DM gewährte. (Die Kosten für den Anbau beliefen sich auf 56.000 DM).

Der TURNVEREIN erfüllt mit seinem vielfältigen Sportangebot in unserer Stadt und einigen Ortsteilen eine gesellschaftspolitische Aufgabe. Dabei entlastet der Verein die Kommune von mancher ihr zustehenden Verpflichtung. Woche für Woche nehmen über 1500 Kinder, Jugendliche und Erwachsene an Übungsstunden des TURNVEREIN teil. Gerade im Freizeit- und Breitensport werden steigende Eigenleistungen im personellen und finanziellen Bereich gefordert. Die Bedeutung des ehrenamtlichen Einsatzes vieler Übungsleiter für das allgemeine Wohl der Menschen in unserer Stadt begründen den Anspruch auf öffentliche Förderung auch durch die Stadt Haiger. Die Zeiten, in denen man den TURNVEREIN stets in die Bittstellerrolle gedrängt hat , sollte auch in Haiger allmählich der Vergangenheit angehören.

 

Sportlicher Aufstieg - Finanzielle Sorgen

Die finanziellen Sorgen verließen nie den Vorstand des Vereins. Nachdem in der neuen Schulturnhalle das zweite Dach neu errichtet worden war (das erste Dach stürzte wegen eines Konstruktionsfehlers an den Bindern kurz vor der Inbetriebnahme ein), belegte der Verein an zwei Abenden diese Halle, musste aber eine monatliche Hallenmiete zahlen. So stellte sich dem Vorstand erneut die Frage, ob er eine eigene Halle überhaupt noch unterhalten könne. Bezüglich der Hallenmiete zeigte die Stadt sich später einsichtig und gewährte dem Verein die Halle erstmals zum Nulltarif. Diese Regelung wurde später vom Lahn-Dill-Kreis übernommen und ohne diese Vereinbarung wäre ein solch breit gefächertes sportliches Angebot nicht denkbar. Der sportlich großartige Erfolg der Leichtathleten, die 1972 bei den Deutschen Meisterschaften die Fachwelt auf sich aufmerksam machten, bereitete nicht nur Freude, sondern stellte den Vorstand vor neue Probleme: Kann der Verein z.B. 10 Sportlern mit Endkampfchance die Reise nach Berlin zu Meisterschaften verwehren? Zwar sponserte der "Kreis Haigerer Unternehmer" den Verein auch 1973, als "Pauli" Wellmann deutscher Doppelmeister über 800m und 1500m wurde. sesumme - wie sie heute im bezahlten Sport gang und gebe sind - waren für den TURNVEREIN ein Tabu. Dennoch verursachten Fahrt- und Meldegelder, besonders die der Leichtathleten, dass im Etat 1972 Einnahmen von 30.000,-DM Ausgaben von 51.000,-DM gegenüberstanden. Umgerechnet auf jedes Mitglied hätte das ein Beitragssoll von 27,50 DM ausgemacht, erhoben wurden lediglich 2,-DM monatlich, ab 1973 4,-DM für die Erwachsenen. So ehrenvoll es war, deutsche Meister in den eigenen Reihen zu haben, Diskussionen um weitere Förderung des Leistungssports blieben nicht aus. Viele Vereinsmitglieder waren der Meinung, der Verein solle sich nur auf den sogenannten Breitensport beschränken. Dabei muss man aber bedenken, dass es im sportlichen Wettkampf angelegt ist, immer nach Leistung, zunächst nach subjektiver, zu streben. Eine besondere Ehrung wurde 1974 G. Würtz und Paul-Heinz Wellmann zuteil. Beide wurden auf der Generalversammlung zu Ehrenmitgliedern ernannt. Zwar enttäuschte der Weggang der beiden Mittelstreckenasse Wellmann und Wessinghage nach Leverkusen bzw. Mainz, doch musste man fairerweise die besseren Trainingsbedingungen in einem Großverein anerkennen.

 

Hier bleibt anzumerken, dass gerade die Mittelstreckler in Haiger dem DLV Trainer Paul Schmidt in ihrem sportlichen Weiterkommen viel zu verdanken haben.

 

Rosemarie Hieksch konzentriert sich auf ihren Sprung

Staffel4 Sieger über 800m, Paul-Heinz Wellmann Doppelsieg über 1500 m für den TV Haiger bei den deutschen Meisterschaften 1973 im Müchner Olympiastadium durch Paul-Heinz Wellmann vor Thomas Wessinghage

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